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Frankfurt am Main, den 15.11.2016

Aus Problemen lernen und besser werden

7. Kaminabend im HOLM zum Thema „Lean – und dann?“


Dr. Oliver Picht, Vorstandsvorsitzender des führenden Edelstahlherstellers Outokumpo Nirosta ist sich sicher: Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands kommt daher, dass die Industrie hierzulande geschlossene Wertschöpfungsketten vom Rohstoff über Komponentenentwicklung bis hin zum fertigen Produkt für den Endverbraucher anbieten kann. Andere europäische Länder haben verstärkt auf eine Entwicklung zu Dienstleistungsgesellschaften gesetzt und schwächeln jetzt. „In Großbritannien schneiden sich alle gegenseitig die Haare“, sagte Picht beim 7. Kaminabend im House of Logistics and Mobility (HOLM) in Frankfurt am Main. Laut Picht ist die De-Industrialisierung kaum mehr umkehrbar, weil die dafür nötigen massiven Investitionen gescheut würden.

Im Produzierenden Gewerbe sei das Denken in effizienten Wertstromketten vom Rohstofflieferanten bis zum Kunden angekommen. Lean-Methoden leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Der nächste Schritt müsse nun die Verknüpfung der Ketten zu Wertstromnetzen sein, in denen sich die Zulieferunternehmen in die Wertstromketten für mehrere Produkte einklinken. Komponenten für Flugzeuge können sicherlich auch für Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energietechnologien verwendet werden. Dies beschäftigt auch die hessischen Luftfahrtzulieferer, die sich gerade an die Umbrüche in der Supply Chain von Airbus anpassen und eine neue Rolle in den Wertstromketten finden müssen. Hessen Aviation, das Luftfahrtcluster des Landes Hessen am HOLM, unterstützt als Teil der deutschlandweiten Initiative „Supply Chain Excellence“ seine Mitglieder in diesem Prozess.

Björn Rimlinger, Lean Manager beim Hessen Aviation-Mitglied Parker Hannifin aus Wiesbaden, betonte, wie wichtig es sei, bei der effizienteren Gestaltung von Prozessen auf die Motivation und das Wissen der Mitarbeiter zu setzen. Diese müssten unternehmerisch denken und ihre Verbesserungsvorschläge vom Management ernst genommen werden. Gleichzeitig müssten sie qualifiziert werden, um flexibel mehrere wechselnde Aufgaben wahrnehmen zu können. Eine Effizienzsteigerung in der Produktion sei entgegen aller Vorurteile nicht mit Arbeitsplatzabbau gleichzusetzen, bestätigte auch Prof. Benjamin Bierwirth von der Hochschule RheinMain. Er ergänzte, dass Unternehmen oftmals in der Digitalisierung ihr Heil in Sachen Prozessoptimierung suchten, dies allein jedoch nicht die Lösung sein könne, solange das Lean Thinking nicht in den Köpfen des Managements und der Belegschaft angekommen sei. Er zitierte den Bitkom-Chef Thorsten Dirks mit den Worten: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, haben Sie einen digitalisierten Scheißprozess.“ Ein erfolgreiches Lean Management bedingt vielmehr, durchgehend in sämtlichen Bereichen des Unternehmens Exzellenz und professionelle Prozesse anzustreben – von der Beschaffung über die Entwicklungs- und Produktionsqualität sowie den Vertrieb, bis hin zur Mitarbeiterführung und -entwicklung, Verwaltung und Controlling.

Als neutrale Plattform sei das HOLM genau der richtige Ort, um die skizzierte Vernetzung der Akteure entlang der Wertstromketten und der Wertstromketten untereinander voranzutreiben und somit die hiesigen Wettbewerbsvorteile zu sichern, sagte Dr. Christian Langhagen-Rohrbach vom Hessischen Wirtschaftsministerium im Laufe der folgenden Diskussion. Am HOLM wird das Thema Lean daher auch weiterhin eine prominente Rolle spielen, versprach HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow. Bereits Anfang Dezember wird es eine zweitätige Lean-Veranstaltung geben, gemeinsam ins Leben gerufen mit den HOLM-Premiumpartnern TÜV Rheinland InterTraffic, Deutsche Bahn und UMS Universal Management Services, deren Geschäftsführer Stephan Lunau die kompetente Moderation des Kaminabends übernommen hatte. In Workshops und auf Vor-Ort-Besuchen sollen die Kunden der beteiligten HOLM-Premiumpartner auf der Lean-Veranstaltung neue Eindrücke sammeln und sich für ihre eigene Lean-Tätigkeit in den Bereichen Logistik und Mobilität inspirieren lassen.